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Zinsen bei 4 %: In Straßburg vor 2027 kaufen oder verkaufen?
Marché immobilier · 12. November 2026

Zinsen bei 4 %: In Straßburg vor 2027 kaufen oder verkaufen?

3,85 % auf 25 Jahre, Staatsanleihen nahe 5 %, stabile Preise: unsere faktenbasierte Analyse des Straßburger Marktes und die Strategien, die für Käufer und Verkäufer noch funktionieren.

Yves MangoldVon Yves Mangold4 Min. Lesezeit

In zehn Monaten sind die Kreditkosten um fast 0,6 Prozentpunkte gestiegen, und die symbolische Marke von 4 % ist für manche Kreditnehmer bereits überschritten. Dennoch halten sich die Preise in Straßburg besser als anderswo. Unsere Analyse eines Marktes, in dem sich das Kräfteverhältnis verschiebt – und der Strategien, die weiterhin funktionieren.

Baukredite werden teurer – und zwar schnell

Laut dem Pretto-Barometer vom November 2026 liegt der durchschnittliche Zinssatz bei 3,56 % auf 15 Jahre, 3,76 % auf 20 Jahre und 3,85 % auf 25 Jahre. Haushalte mit weniger als 40.000 € Nettojahreseinkommen leihen bereits über 4 % auf 25 Jahre (MySweetImmo).

LaufzeitDurchschnitt Pretto (Nov. 2026)Durchschnitt Vousfinancer (Nov. 2026)
15 Jahre3,56 %3,60 %
20 Jahre3,76 %3,80 %
25 Jahre3,85 %4,00 %

Quellen: Pretto, Vousfinancer über MySweetImmo.

Die Ursache ist bekannt: die Kosten der französischen Staatsverschuldung. Mit einer Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe (OAT) um 5 % rechnet der Vermittler Vousfinancer bis Jahresende mit Zinsen nahe 4 % auf 20 Jahre (MySweetImmo). Eine gewisse Entlastung: Der gesetzliche Höchstzins (taux d’usure) wurde für Darlehen ab 20 Jahren im vierten Quartal auf 5,40 % angehoben. Das ermöglicht Finanzierungen, die im September knapp abgelehnt wurden (MySweetImmo).

Konkret: Bei 250.000 € auf 20 Jahre erhöht allein der Anstieg im November die Monatsrate um rund 13 € und die Zinskosten über die Laufzeit um 3.115 €, ohne Versicherung.

Landesweit: Weniger Dynamik bei den Verkäufen, stabile Preise

Der Marktbericht der Notaires de France vom Oktober 2026 zeichnet ein klares Bild. Die Verkäufe von Bestandsimmobilien erreichten in den zwölf Monaten bis Ende August 951.000, ein Plus von 3,6 %. Die Dynamik lässt jedoch nach, und die Notare erwarten Ende 2026 rund 920.000 Verkäufe.

Die Preise bewegen sich kaum: −0,8 % im Jahresvergleich im zweiten Quartal im französischen Festland, −1,3 % bei Häusern und −0,1 % bei Wohnungen. Die Vorverträge deuten Ende November auf nahezu stabile Preise hin. Die Notare warnen jedoch: Zinsen über 4 % könnten weitere Kaufvorhaben verzögern.

Straßburg: Die Korrektur ist bereits erfolgt

Straßburg hat früher korrigiert als der Durchschnitt. Laut den Indizes der Notare des Bas-Rhin fielen die Preise für Bestandswohnungen 2023 um 2,4 % und 2024 um 3,8 %, bevor sie 2025 wieder um 0,7 % stiegen.

Kennzahl StraßburgWertVeränderung zum Vorjahr
Bestandswohnung, Medianpreis pro m² (2025)3.390 €+0,7 %
Neubauwohnung, Medianpreis pro m² (2025)5.730 €+9,1 %
Bestandshaus, medianer Verkaufspreis (2025)397.300 €−6,6 %
Wohnung, Durchschnittspreis pro m² (Oktober 2026)3.740 €stabil zum Vormonat
Durchschnittsmiete Wohnung (Oktober 2026)15,50 €/m²stabil

Quellen: Notare des Bas-Rhin, Bilanz 2025; SeLoger–MeilleursAgents über MoneyVox.

Zwei Erkenntnisse drängen sich auf. Erstens macht der Abstand von mehr als 2.300 €/m² zwischen Neubau und Bestand gut gelegene Altbauten attraktiv. Zweitens folgt das Premiumsegment eigenen Regeln. Die gefragtesten Adressen liegen deutlich über dem Median: rund 5.870 €/m² am Quai Mullenheim, 5.510 €/m² am Chemin de Halage und 5.150 €/m² in der Rue du Fossé-des-Tanneurs (RealAdvisor, August 2026). Außergewöhnliche Objekte in der Neustadt oder an der Orangerie erzielen noch höhere Preise.

Unsere Einschätzung: unterschiedliche Strategien für Käufer und Verkäufer

Für Käufer bleibt das Zeitfenster offen, wird aber enger. Jedes Zehntel Prozentpunkt kostet Kaufkraft. Käufer mit hohem Eigenkapital, im Premiumsegment oft die Mehrheit, sind weniger betroffen und haben echten Verhandlungsspielraum bei renovierungsbedürftigen Objekten oder schlechter Energieklasse (DPE).

Für Verkäufer ist der richtige Preis entscheidend. Die Notare sehen die Lücke zwischen Preisvorstellung und tatsächlichem Budget der Käufer als größte Bremse. Ein seltenes, gut präsentiertes und anhand vergleichbarer Verkäufe bewertetes Objekt findet einen Käufer. Ein überteuertes Objekt verbraucht sich online. Genau hier entfaltet der Off-Market-Verkauf seine Stärke: einen Preis bei qualifizierten Käufern testen, ohne die Immobilie öffentlich zu machen.

Häufige Fragen

Werden die Zinsen 2027 über 4 % steigen?

Das kann niemand mit Sicherheit sagen. Vermittler erwarten zum Jahresende rund 4 % auf 20 Jahre, falls die OAT nahe 5 % bleibt. Eine Entspannung hinge vom Haushalt 2027 und von der Politik der EZB ab.

Wie hoch ist der Quadratmeterpreis in Straßburg Ende 2026?

Im Oktober 2026 durchschnittlich rund 3.740 €/m² für eine Wohnung, mit sehr großen Unterschieden je nach Straße: von unter 3.000 € bis fast 6.000 €/m².

Sollte man mit dem Kauf auf sinkende Preise warten?

In Straßburg hat die Korrektur bereits 2023–2024 stattgefunden. Wer wartet, riskiert vor allem höhere Zinsen.

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